Infographiken

Wie können in Zukunft bei arteFakt Informationen aufbereitet werden, damit der Leser interessiert ist?

Ein schönes Beispiel, dass vielleicht ein wenig überladen wirkt:

socialmediaweek

Februar 17th, 2012

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Gamification -> arteFakt

Wie könnte arteFakt das Element Spiel integrieren?
Im Anschluss einige Links zu diesem Thema:

 

Zum Thema Farmville:
Artikel über gamification auf core77
Die dazugehörenden Präsentationsfolien

 

Weiterführende Seiten zu diesem Thema:
Die eigenen Finanzen spielerisch organisieren
Motivation durch Spiele beim Online-Einkauf
Spielerisch die eigene Gesundheit verbessern
Spielerisch arbeiten
Einführung in das Thema Gamification

Blog über gamification

Februar 17th, 2012

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FETTECKE

Mein erster Kontakt mit artFakt liegt ungefähr ein Jahr zurück, es war noch bevor Conrad Bölicke an uns herantrat.
Ich habe beim Frühstück in der Zeitschrift zeo2 geblättert und bin ganz vorn auf eine Anzeige gestoßen. Olivenöl aus der Fettecke holen (hat das jetzt was mit Beuys zu tun?), dann relativ viel kleiner Text. Ich habe die Anzeige durchgelesen und nicht richtig verstanden worum es geht. Auf die Idee gekommen die Website zu besuchen bin ich nicht, und das obwohl ich schon länger auf der Suche nach gutem Olivenöl war. Ich fühlte mich nicht recht angesprochen, weil bei mir Olivenöl nicht in der Fettecke steht. Als Modedesignerin achte ich sehr darauf wie etwas erscheint. Bis ins kleinste zu beobachten ist meine Leidenschaft. Die „Kleidung“ dieser Anzeige ist unaufällig, altmodisch und macht den Inhalt unvorteilhafter als er ist, ja verbirgt ihn sogar. So fand ich und dachte denen geht’s wie den Atomkraftgegenern, die wollen was gutes aber es sieht altbacken und langweilig aus… auf die Idee, das die Olivenöl verkaufen bin ich nicht gekommen.

Zora

Februar 9th, 2012

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Unser Einfluss auf den Klimawandel

ArteFakt ist mehr als ein Olivenhandel. Es ist ein Forum, in dem Werte gehandelt werden.
Welche Werte werden das in Zukunft sein, was bewegt uns in Zukunft?
Bewegen wird uns unter Anderem in Zukunft der Klimawandel. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Schon jetzt werden viele Emigranten zu den Klimaflüchtlingen gezählt und die Zahl wird nach den Prognosen weiter steigen.

Die durch eine handvoll von Klimaskeptikern immer wieder vorgebrachten Zweifel an dem von Menschen verursachten Klimawandel sind nach Einsicht in deren Studien Finanzierungen zu vernachlässigen.

Der Klimawandel bringt nicht nur Probleme, sondern damit verbunden auch Chancen mit sich.
Unternehmen, die sich mit Produkten, Ideen, Dienstleistungen in diesem Feld positionieren, haben einen vorhersehbar wachsenden Markt vor sich.

Eine der Kernforderungen fuer die Minimierung des Klimawandels ist Verzicht, doch wie macht man aus Verzicht ein
Geschäftsmodell? Kein Autofahren, Kein Fleisch essen, keine Heizung, kein Strom sind bisher noch nicht auf dem Markt käuflich zu erwerbende Gueter.

Link Der Fleischkonsum hat einen ebenso grossen Einfluss auf unser Klima, wie der Verkehr.
Welches Unternehmen verkauft als erstes das Produkt »kein Fleisch essen«.
Klingt absurd, aber Weightwatchers generiert durch das Produkt »nicht essen« ihren Umsatz.

 

Wenn wir uns die »korrekten« Verhaltensweisen für die Zukunft anschauen, dann bedeuten eigentlich alle Verzicht!
Wenn die Produkte die wir konsumieren sollten teurer sind als die Jetzigen können wir nur noch weniger davon konsumieren!
Diese Produkte aber sind ganz oft auch von einer höheren Qualität, für uns, für die Umwelt und für Andere.
Weniger und besser, als Mehr und schlechter.
Das hört sich erstmal ganz leicht an, stellt uns aber vor eine enorme Herausforderung!
In vielen Fällen ist weniger gar nicht möglich. Ein Hartz4 Empfänger wird schwer davon zu überzeugen sein, dass er nur alle drei Tage essen soll, dafür aber ökologisch nachhaltig.
Und dann ist der Vergleich zwischen Mehr und Weniger deutlich einfacher als der Vergleich zwischen besser und schlechter.
Es braucht einen erheblichen Mehraufwand, um einen Qualitätsunterschied zu kommunizieren, als die Menge.
5L sind mehr als 1L
Schneller zu sehen und zu begreifen als ein Qualitätsunterschied.
Man stelle sich vor, man solle jemanden, der nichts von arteFakt weiß erklären, wo der Unterschied zwischen dem Olivenöl Nr.X udn einem handelsüblichen Olivenöl besteht. Der Text wird wohl etwas länger ausfallen.
Dieses kleine, fast schon triviale Problem steht zwischen uns und einer menschenwürdigen Zukunft.

Hierzu ein kurzer Link: Link

 

Zum Thema Zukunft ein Artikel von Peter Thiel:

Link

leider nur in englisch. Aber es werden einige globale Themen sehr kompakt behandelt.

Februar 9th, 2012

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Zukunft

Wer heute handeln will, muss eine Vorstellung von der Zukunft haben.

Das gleiche gilt für arteFakt. Und so entstand die Konzeption von arteFakt auch aus der Analyse von ähnlichen Märkten und deren Entwicklungen, die sich bei Olivenöl mittlerweile auch schon vollzogen haben.

Wenn man die Zukunft vorhersehen möchte, wird es schwierig. Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie sich die Welt im großen und damit auch im kleinen entwickeln wird. Um aber Thesen für die Zukunft auszuarbeiten wurden von Zukunftsforschern viele Methoden entwickelt. Für die Betrachtung der Zukunft gibt es eine Unterteilung in Trends, die mit unterschiedlicher Sicherheit und unterschiedlichem Wirkungskreis auftreten werden.

Die erste und oberste Ebene dieser Trends bilden die globalen Veränderungen ab. Diese globalen Veränderungen werden Megatrends genannt. Megatrends beschreiben die großräumigen und langfristig wirkenden Treiber des Wandels. Sie verändern unsere Welt und sind relativ gut vorhersehbar. Im Folgenden einige aufgezählt:

1. Globalisierung

Das bisherige Wohlstandsgefüge der Welt wird sich verändern. Der Wohlstand war bis zum anbrechenchenden Jahrhundertwechsel den westlichen Staaten vorbehalten. Durch den Big Boom der Schwellenländer wird sich das wirtschaftliche Weltgefüge verändern. Und es hat sich schon verändert. Teile des asiatischen Raumes haben einen Turbo-Post-Industrialismus entwickelt und einfach einige Entwicklungsstufen übersprungen.
Durch die steigenden Kosten für Transport wird der Outsourcing-Trend gebremst und es wird vermehrt zu Nahverlagerungen kommen.

2. Individualisierung

In Zukunft wird das Ich eine zunehmende Rolle spielen. Die klaren vorgegebenen Lebenskonzeptionen werden zugunsten autonomer Entscheidungen an Bedeutung verlieren. Wir wollen und müssen in Bezug auf unseren Wohnort, Beruf, Beziehung, Beziehungen, Bildung zunehmend autonom handeln. War der Beruf des erstgeborenen Sohnes schon durch den des Vaters determiniert, so hat sich das entscheidend geändert und wird sich global ändern.

3. Jüngerwerden

Wir werden unter anderem Dank der Errungenschaften der Medizin immer älter. Gleichzeitig verringern sich durch einen zunehmenden Wohlstand die Geburtenraten. Dadurch wird die Gesellschaft immer älter werden. Aus der Studie „Wirtschaftsmotor Alte“ der Bundesregierung geht hervor, dass wir im Jahre 2035 in Deutschland die älteste Gesellschaft der Welt sein werden. „Wir sind so alt, wie viele Jahre wir noch vor uns haben“ (Quelle: Zukunftsinstitut 2006). Durch die alternde Gesellschaft wird es zu einer konträren Verjüngung unseres Sozialverhaltens kommen. „Alte“ werden immer aktiver.

4. Gesundheit

In Zukunft werden wir den Begriff Gesundheit völlig neu definieren. War Gesundheit bisher ein Begriff, der sich durch das Nicht-Kranksein definierte, wird es in Zukunft vermehrt eher ein neuer weitergehender Begriff sein. Es wird immer mehr um Wellness, Fitness, mindness gehen.

5. Arbeit

Die industriell organisierte Arbeitsform, des lebenslang angestellten Arbeiters wird in Zukunft kaum noch zur Realität gehören. Einfache Arbeiten werden immer prekärer und schlechter bezahlt. Der Wert für kognitive Arbeitsleistungen wird zunehmen. Die Arbeit der Zukunft wird in Netzwerk Strukturen stattfinden.

6. Konnektivität

Die modernen Mittel der Kommunikation werden sich auf der gesamten Welt durchsetzen. Jeder Mensch wird ein Handy und Internetanschluss haben. Diese Form der Verbindung wird zu neuen Kooperatioonen führen. One to Many wird Many to Many (Web 2.0). Die autonome Vernetzung der Menschen untereinander fördert die Demokratie.

7. Urbanisierung

In 2008 leben weltweit erstmals mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. In zukunft wird die Zahl derjenigen, die in Städten wohnen wachsen und derjenige, die auf dem Land wohnen fallen. Dazu wird es in Zukunft immer mehr „Megacities“ geben.

8. Klimawandel

Es ist davon auszugehen, dass sich das Klima ändern wird. Es wird zu einem Anstieg des Meeresspiegels kommen und die Zahl der Naturkatastrophen wird zunehmen.

9. Verknappung der natürlichen Rohstoffe

Durch unsere extensive Nutzung der natürlichen Rohstoffe wird es zu einer Verknappung dieser Rohstoffe kommen. Damit verbunden kommt es zu Preissteigerungen und globalen Konflikten. Aus heutiger Sicht wird der technologische Fortschritt diese Verknappung nicht kompensieren können.

 

Diese Megatrends werden mit einer vergleichsweisen hohen Sicherheit auftreten. Und sie werden zu weittragenden Veränderungen führen. Wenn man die Zukunft vorhersagen möchte, muss man sich auf eben diese stützen.

Dann gibt es die Mikrotrends. Diese sind konkrete real existierende Markt-Experimente. Beispiele hierfür ist das Guerilla Marketing, Tante Emma social 2.0, kauf dich glücklich, artifizielle Informationsdarstellung, interaktive Umgebung …..

Diese zeigen im Kleinen, wie sich die Zukunft entwickeln könnte, und zwar real beobachtbar im Hier und Jetzt.

Hier eine kurze Liste von Mikrotrends:

01. Guerilla Gardening
02. Artifizielle Informationsdarstellung
03. Smartphone Apps
04. QR-Shopping in Japan
05. Guerilla Urban Art
06. Greendotcom
07. Eigentum auf Zeit
08. Social Commerce
09. Das neue Wir-Gefühl
10. Slow design
11. Sen-satt-ion
12. Twitter
13. Blogs
14. Facebook
15. Fast-Food 2.0
16. P.o.S. (Markenräume)
17. Digitales-Lesen
18. Crowdfunding
19. Mikrokredite
20. Crowdsourcing
21. Flash-mob

 

Diese Mikrotrends können sehr genau untersucht werden, da sie schon auf dem Markt befindlich sind. Dabei wäre eine stumpfe Expolation für die Zukunft nicht zielführend. Niemand weiss, ob sich QR-Applikationen eines Tages auch in Deutschland durchsetzen werden. Diese Mikrotrends sind mit großer Vorsicht zu geniessen. Jedoch stehen hinter allen diesen Mikrotrends Bewegungen, die für Zukunftsprognosen hilfreich sein können.

 

Ein Ansatz diese verschiedenen Trends in einen Zusammenhang mit arteFakt zu bringen:

1. Nähe

In Zukunft werden wir immer mehr in Städten wohnen. Durch diesen Megatrend findet, schon alleine durch die örtliche Distanz, eine Entfremdung zwischen Konsumenten und Produzenten statt. Das oft zitierte LilaMilkaKuh Symptom ist ein schon uebertrapaziertes Klischee, welches diese Entwicklung beschreibt. Dadurch kann man die These aufstellen, dass in uns selbst ein Bedürfnis entstehen wird diese Nähe wieder zu erfahren. In einigen Mikrotrends kann man das heute schon entdecken. Guerilla Gardening in seiner Ausdrucksform der Prinzesinnen Gärten in Berlin ein gutes Beispiel hierfür. Diese Gärten zum Anlass zu nehmen, um für die Zukunft eine begrünte Stadt der Selbstversorgung vorherzusagen wäre ein Irrtum. Diese Aktion werden schon alleine aus technischen Gründen Randphänomene bleiben. Jedoch zeigen sie in Ihrer Konzeption und auch der überproportionalen medilen Rezeption ein Bedürfnis, die Natur, oder anders gesagt, die Produktion unserer Lebensmittel wieder in unser Bewusstsein und in Erreichbarkeit zu bringen.

Die Nähe von Produzenten und Konsumenten herzustellen ist daher nicht nur in Vergangenheit ein funktionierendes Konzept gewesen, sondern bietet auch in Zukunft ein hohes Potential.

2.Spiele

Der nächste Mikrotrend sind die sehr erfolgreichen Computerspiele, die sich mit der Thematik der Farm auseinandersetzen. Als promintestes Beispiel hierfür gilt wohl die Facebook Applikation Farmville. Die Spieldynamik dieses Spiels unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Browserspielen hat aber mit einer Nutzerzahl von 83 Millionen Nutzern einen neuen Rekord aufgestellt. Noch erfolgreicher das darauf folgende Spiel Cityville, das mit einem neuen Rekord von über 100 Millionen Nutzern mehr Nutzer als Deutschland Einwohner hat. Auch bei diesem Spiel geht es umVersorgung, Netzwerke etc. Wenn man diesen spieler Character aufgreift und sich vorstellt, welche potentielle Intelligenz bei einem solchen Spiel sinnvoll genutzt werden könnte, fragt sich, ob man bei Farmville als Belohnung für sein Handeln nicht die Ernte als reale Ware bekommen könnte. Die Spieleindustrie hat mittlerweile den Umsatz der Filmindustrie weit hinter sich gelassen. Computerspiele haben eine weitreichende kulturelle Bedeutung für unsere Gesellschaft erhalten. Kann arteFakt in Zukunft das Element Spiel mit in das Unternehmen einfliessen lassen? Ein Vortrag von Jane McGonigal af ted : „Gaming can make a better world“

3.Transparenz

Google Earth hat die Welt verrückt. Der Blick aus dem All auf die Welt von 1966, angekündigt als das Bild des Jahrhunderts, liess aus der Abstraktion unserer Erde ein begreifbares Bild werden. 50 Jahre danach ist dieser Blick durch google earth detailierter geworden und wir sind zumindestens virtuell und damit auch gefühlt, nur noch millimeter vom kleinen Dorf in Südafrika entfernt. Die Dimension der Erde hat sich geändert. Wir können durch ein paar Mausklicks selbst entscheiden, wo wir uns im nächsten Moment auf der Weltkugel befinden. Bisher aus der Vogelperspektive, seit neuestem aber auch ganz direkt. Mit googlestreet view können wir fast jedem Menschen ins Fenster schauen. Das ist eine ganz neue Form von Transparenz. Und damit wird auch der neue Anspruch an die Transparenz definiert, mit dem sich Unternehmen allgemein auseinandersetzen müssen. Es geht nicht mehr nur um globale Umsatzzahlen, sondern der Kunde möchte wissen, was der Erntehelfer fürs Olivenpflücken pro St. bekommt, was er sich damit kaufen kann und wie seine finanzielle Absicherung ist. Dabei werden Kunden nie wirklich alle Informationen zu sich nehmen können. Die Zeit alle Informationen zu rezipieren und auszuwerten sind einfach zu hoch. Aber analog zu Googleearth möchte der Kunde von morgen einen ständigen Zugriff auf Informationen und verschiedene Detailstufen angeboten bekommen.

4.Netzwerk

 

 

Februar 9th, 2012

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Die Suche nach dem Mittelpunkt

Am Anfang stehen Fragen:
Wie könnte eine Unternehmung wie arteFakt in 20 Jahren aussehen?
Wie würden wir eine solche Unternehmung gestalten, visuell und vor allem konzeptionell?
Und was ist arteFakt eigentlich jetzt?
Um eine solche Unternehmung neu zu denken, neu zu gestalten muss man erst einmal verstehen: was ist der Kern von arteFakt? In seiner jetzigen Form. Wenn man alles aufs wesentliche runter bricht, was bleibt dann übrig? Was ist sozusagen das Herz der Unternehmung, denn dieses muss man mitnehmen in die Zukunft. Denn es macht keinen Sinn eine solche Unternehmung zu entkernen. Damit würde man sie zerstören und auch nicht achten. Dann kann man auch Autos verkaufen. Welches Wort, welcher Satz beschreibt dieses Wesentliche?
Einige unserer Assoziationen: Wärmeraum, 68er Idee, die Philosophie des ehrlichen Kaufmanns, bieder, ehrlich, direkt, komplex, alt, alternativ, gesund, klein, groß, Qualität, Netzwerk, nett, solide, nachhaltig, Bildungsbürgertum, Tradition, Lebensgrundlage, Marke, Experiment, Insel, die Toskana Fraktion, Sozialdemokratie, Gesundheit, Lebensstil, Sehnsucht, harte Arbeit, der Duft eines Pinienwaldes im Sommer.
Doch was ist das Herz? Worum geht es eigentlich? Nach unserer Analyse, unseren Gesprächen fanden wir für uns heraus: es ist die Stärkung der Beziehung von Erzeugern und Verbrauchern. Beziehungen. Darum geht es. Das hört sich erst ein mal unspektakulär an. Vielleicht ist es das auch. Aber welches Herz ist schon spektakulär? Es geht also um Beziehungen im eigentlichen Sinne! Darum kreist das Unternehmen. Und das ist das besondere. Das ist der Antrieb. Es versucht also die Entfremdung von Erzeugern zu Verbrauchern abzubauen und am besten aufzuheben. Und natürlich auch die Entfremdung zwischen Produkt und Verbraucher. Darüber hinaus versucht arteFakt auch die Entfremdung zwischen Erzeugern und ihren eigenen Produkten zu überwinden. Ein Umstand der auch immer mehr offenbar wird wenn man die Entwicklungen der Produktionsbedingungen in den letzten Jahrzehnten verfolgt.
Das alles sind Intentionen der Unternehmung doch schaut man sich die Veröffentlichungen und die Aktionen arteFakts in den letzten Jahren an, so trifft man vor allem auf Menschen und ihre Geschichten. Die Stärkung der Beziehungen. Das ist der Mittelpunkt. Das ist der Kern den wir gesucht haben. Das ist das Wort. Beziehungsstärkung. Von hier aus können wir weitergehen.

Wie kann eine solche Unternehmung in Zukunft aussehen? Auf welche äußeren Bedingungen trifft sie? Artefakt hat um diesen Kern herum ein ganzes Gebilde aufgebaut. Was davon würden wir auch in einer Unternehmung aufnehmen die wir in Zukunft gestalten wollen? Und was ist eigentlich überflüssig? Was nervt? Und auf welche äußeren Bedingungen trifft eine solche Unternehmung in zum Beispiel 10 Jahren? Läuft ein Unternehmen wie arteFakt Gefahr eine Insel zu werden auf der sich nur noch wenige Vermögende treffen können? Wie kann man dies verhindern? Ist die „junge Generation“ überhaupt in eine solche Unternehmung von Beziehungsstärkung zu integrieren? Es gibt ja gar keine „Generation“ die sich beschreiben lässt. „Unsere Generation“ ist genau sowenig eine homogene Gruppe wie alle Generationen vor ihr. Gott sei Dank. Gibt es auch in unserer „jungen“ Generation Entwicklungen die darauf hindeuten dass eine solch spezielle „Beziehungserwartung“ auch in Zukunft existiert? Um das zu untersuchen mussten wir in eine ganz andere Richtung schauen: Was ist gerade prägend zumindest für einen Teil unserer Generation? Zwei in diesem Kontext interessante Entwicklungen fallen uns da auf. Entwicklungen die für einen Teil unserer Generation identitätsstiftend und zentral sind:
Das Guerilla Gardening und das sogenannte Folk – Revival. Zum ersten: weltweit Beachtung fand diese Bewegung zum erstenmal als sich am 1. Mai 2000 in London mit Spaten, Muttererde und Setzlingen bewaffnete junge Globalisierungskritiker, Anarchisten und Umweltaktivisten auf dem verkehrsreichen Parliament Square trafen, um – wie sie auf Transparenten bekundeten – „die Straßen zurückzuerobern“ und dabei den Platz umgruben um ihn anschließend zu bepflanzen.
Diese Aktion steht zwar in der Tradition von Künstlern wie Joseph Beuys und Louis le Roy die schon in den 70er Jahren Pflanzaktionen als Kunstaktionen verstanden, sie geht aber darüber hinaus. Hier handelt es sich um eine Form des Widerstandes gegen unwirtliche moderne Städte und deren Auswirkung auf das menschliche Leben. Die Methoden wurden so verfeinert dass mittlerweile kleine Samenbomben konstruiert worden die in Innenstädten auf Verkehrsinseln und anderes geworfen werden können. In Städten wie Berlin sieht man mittlerweile häufig kleine grüne Inseln mitten im Betondschungel. Aus dieser Bewegung entstand gerade in den der jüngeren Zeit das „Urban Gardening“. Hier werden mitten in Innenstädten Nutzbeete angelegt, verwaltet und geerntet. Es kommt hier also das Land in die Stadt. In den 80er Jahren flüchtete die „altenative Szene“ noch in die Provinz um der Entfremdung zu entkommen und das „authentische Leben“ zu suchen. Heutzutage wird diese Sehnsucht in das Stadtleben integriert. Die Beziehung wird vor Ort geschaffen. Man will alles in Einem: Großstadtleben und das Leben auf dem Land. Diese Entwicklung ist mehr als nur ein kurzlebiger Trend. Auch in Anbetracht von drohender Finanzkrise und Nahrungsengpässen wird das Land der Zukunft in der Großstadt im gemeinschaftlichen Eigenanbau liegen. Eine zweite Entwicklung ist in der Musik zu finden. Seit einigen Jahren sorgt das sogenannte „Folk-Revival“ für Aufmerksamkeit. Während bis zur Jahrtausendwende Vorträge mit Gitarre und Gesang als eine peinliche Sache der 60er Jahre galt entsteht heute eine große und Musikbewegung die mit genau diesen vereinfachten Mitteln große Erfolge feiert. In den Subkulturellen Bewegungen der Großstädte ist es mittlerweile angesagt in kleinen Kellerkonzerten Livekonzerte ohne elektrische Hilfsmittel zu besuchen. Künstler wie Jeffrey Lewis, Soko oder Laura Marling sind die neuen Stars dieser Bewegung. Auch hier wird eine Sehnsucht nach Einfachheit, sogenannter Authenzität und Beziehung sichtbar. Die Konzerte bleiben klein, die Musik direkt. Doch was hat das alles mit arteFakt zu tun? Beschrieben werden hier Entwicklungen auf die eine Unternehmung wie arteFakt setzen kann. Das sind zwei kleine Beispiele für aktuelle Bewegungen die für arteFakt eine Rolle spielen werden und für unsere Arbeit es jetzt schon tun. Natürlich werden nicht in 20 Jahren alle Menschen Gitarre spielend vor ihrem Gemüsebeet auf einer Verkehrsinsel sitzen, hoffentlich nicht, möchte man sagen – aber auch in Teil „unserer Generation“ ist offen für Unternehmungen wie arteFakt die diese Hoffnung auf Vereinfachung, Direktheit und Beziehungsstärkung teilt. Das alles sind Überlegungen die versuchen zu verstehen was arteFakt im Kern darstellt und welche Entwicklungen diese Grundhaltungen ebenfalls teilen – und seien sie auf den flüchtigen Blick noch so weit davon entfernt. Doch welche Lösungen leiten wir daraus ab? Einige sind auf dieser Seite schon angedacht.

Februar 9th, 2012

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Was ist arteFakt und was könnte es einmal werden?

Ein Gedanke

Wenn man mal davon absieht, dass arteFakt nicht die Welt retten wird und Erzeuger Verbraucher Systeme nicht den Kapitalismus überwinden werden dann… dann kann man beginnen an der arteFakt Zukunftsvision zu arbeiten. Ich beginne diesen Text deshalb mit diesen Worten weil ich bei jedem Ansatz den ich auch verfolge feststelle, in welchen Marktmechanischen Zwängen auch eine Unternehmung wie arteFakt (das sich selbst als Non Profit Unternehmung versteht) gefangen ist! Und das führt zu einem Frust! Überall steht jedes Unternehmen in einer Konkurrenz zu anderen Unternehmen – und seien sie noch so gewillt aus dem „Markt“ auszusteigen oder andere Standards einzuführen.

So stehen die unterschiedlichsten Fairtrade Organisationen in der selben Konkurrenz zu einander wie Puma zu Nike. Werden Verbraucher Erzeuger Organisationen immer erfolgreicher dann bedrohen sie anderswo den Zwischenhandel. Der Biolandbau in Europa gefährdet konventionelle Erzeuger in anderen Weltregionen und bedroht am Ende die Menschen die dort arbeiten. Es ist immer das gleiche.

Unser Auftrag lautet: wie kann ein arteFakt der Zukunft aussehen? Wenn man davon ausgeht, dass die äußeren Bedingungen einer kapitalistischen Weltordnung auch in 20 Jahren noch gelten, und davon kann man nun mal ausgehen, dann bedeutet dies dass immer weniger Menschen genug Geld haben werden sich anständig zu ernähren. Und das ist schon heute so. Erzeuger Verbraucher Produkte sind meist recht teuer. Im Vergleich zu Billiganbietern im Supermarkt zum Beispiel.
Die hohe Qualität hat seinen Preis. Die Produktion ist aufwendiger und es kann nicht in Massen produziert werden. So sehr auch an anderen Ausgaben gespart wird.

Doch wie könnte man in Zukunft wirtschaften? Welche Entwicklungen gibt es?

Interessant ist ein Beispiel aus der Nähe von Hamburg: dort ernähren ein paar Landwirte eine kleine Stadt. Fast alle Bürger haben sich dort zusammengetan und garantieren den Bauern – per Vorfinanzierung – dass sie nur deren Erzeugnisse abnehmen. Alle sparen Geld und die Landwirte sind aus der Konkurrenzsituation genommen und können planbar wirtschaften. Eines von vielen Beispielen für regionale Erzeuger Verbraucher Kampagnen. Eine Entwicklung die in Zukunft wahrscheinlich immer populärer wird.
Doch stellt man jetzt auf regionale Nahrung um? Alles aus Vernunft? Es ist doch toll dass es Orangen gibt und Avocados! Es wachsen keine Olivenbäume im Alten Land! Auch in Zukunft sollten Leute Produkte konsumieren können die nicht in Hamburg wachsen! Kaffee zum Beispiel und Papayas und Oliven und Bananen.
Und am besten noch in bester Qualität, also ohne Gift darin zum Beispiel!
Aber muss man nun in den Bioladen rennen um eine unendlich große Auswahl zu haben an zehn verschiedenen Kaffeesorten und zwanzig verschiedenen Olivenölen? Alles so teuer dass man es sich kaum leisten kann? Man sollte meinen: Nein. Die angebrachte Vernunft im Umgang mit Nahrung sollte nicht in Verzicht münden. Sondern eher in eine Konzentration auf eine geringere Auswahlmöglichkeit.
Erzeuger Verbrauchersysteme versuchen hier anzusetzen und möglichst mit einer Vorfinanzierung den Erzeugern eine Abnahme zu garantieren die einen hoffentlich angemessenen Preis für die Arbeit garantiert. Auf die ganzen Werbungs- und Verpackungskosten verzichtet eine solche Initiative. Artefakt steht in dieser Tradition, legt im besonderen Wert auf Aufklärung über Ernährung und Wirtschaftliche Fragestellungen, Bewusstseinsbildung vor Ort. Hin zu Biologischen Anbau zum Beispiel. Kultureller Austausch. Entwicklungshilfen. Auch bietet es eine Plattform für Ideen und wissenschaftliche Entwicklungen. Doch bleibt es bei einem Produkt und bleibt auch bewusst in einer solchen Größenordnung dass es als eine Nischenunternehmung bezeichnet werden kann.
Das ist schade. Zumindest aus der Sicht eines Gestalters der immer das Interesse hat eine gute Idee weit zu streuen. Wenn man bewiesen hat, dass ein solches System in mehrfacher Hinsicht erfolgreich ist und positives bewirkt – dann gibt es keinen Grund eine solches System nicht weiter zu denken. Es gibt hunderte von Erzeuger und Verbraucherinitiativen. Aber es gibt keinen großen Zusammenschluss der ein großes und globales Angebot abdeckt. Und genau hier wird es interessant.
Kann man nun ein Erzeuger Verbraucher System global umsetzen? eine große Gruppe von Menschen tut sich zusammen und garantiert einer Gemeinschaft in Peru und in Italien und in Thailand und in Italien und noch anderswo dass sie diese vorfinanziert und bekommt dafür deren Erzeugnisse? Am Zwischenhandel und seinen durch die Konkurrenzsituation aufgezwungenen Marketingausgaben vorbei? Könnte das eine Vision für die Zukunft sein? Vielleicht.

Man sollte aber auf jedenfalls in diese Richtung denken. Könnte arteFakt einen Anstoss geben einen solchen Zusammenschluss zum Beispiel unter seinen Kunden zu schaffen? 50.000 Haushalte die alle einen Teil ihres Geldes zusammenlegen (Geld das sie eh ausgeben für oft überteuerte Bioladenprodukte) um Erzeuger-Gemeinschaften in anderen Erdteilen finanziell planbare Sicherheiten zu verschaffen? Um für angemessene Bezahlung (was ist angemessene Bezahlung? sicherlich nicht irgendein lokaler Mindestlohn) ihre Fähigkeiten im Anbau von Kaffee, Tee etc… zu gutem Geld zu machen. Was passiert bei Missernten? gibt es trotzdem Geld? Ja, das müsste so sein. Wer organisiert das ganze? Conrad Bölicke? Das wird auch er wohl nicht schaffen… Wie kommen die Erzeugnisse nach Deutschland? Wie bekommt man die unterschiedlichen Erntezyklen unter einen Hut? Wie sieht die Bezahlung aus, gibt es ein Abosystem? Und so weiter. Tausend Fragen tun sich auf. Dies aber sind Gedanken die wir uns gerade unter anderem machen. Artefakt hat für ein Produkt – Olivenöl – eine großartige Idee bis ins letzte Detail umgesetzt. Wie könnte man diese Kompetenz auf andere Erzeugnisse ausweiten und übertragen und das ganze bündeln? Die arteFakt Community hat sicher Interesse auch an anderen Erzeugnissen die im Erzeuger Verbraucher System funktionieren. Warum nicht diese Gruppe Menschen gewinnen um die unterschiedlichen Erzeugnisse mit einer solchen Philosophie anzubieten? Unter einem Mantel. Eine solche Gemeinschaft würde vielleicht auch eine neue Generation überzeugen mit in die arteFakt-Unternehmung einzusteigen.

Februar 7th, 2012

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Olivenbäume in Deutschland

Gerade habe ich diese Seite entdeckt:

Link

Von einem, der auszog, um in Deutschland Olivenbäume zu pflanzen…
…wohl eher nicht, um ganz Deutschland mit Olivenbäumen zu bepflanzen, sondern eher ein Experiment.

Februar 7th, 2012

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SIEGEL

Was fällt einem als erstes ein, wenn man darstellen will, dass  Olivenöl fair gehandelt, ökologisch nachhaltig angebaut, und von Hoher Qualität ist.

Man verwendet Siegel:

– Ein Fairtrade Siegel
– Ein Bio-Siegel
– Auszeichnungen von unabhängigen Olivenöltestern
– …

Diese Siegel wurden dazu erfunden, um in der von Blabla-marketing überschwemmten Produktbeschreibung eine zuverlässigkeit zu erreichen. Wer ein Bio-Siegel trägt, der ist Bio. Der hat sich verschiedenen Tests unterworfen und unterzieht sich »regelmäßigen« Kontrollen von Dritten, die eben püfen, ob das da wirklich Bio ist. Siegel bieten dem Kunden in Zeiten von großer Verunsicherung eine Sicherheit. Bio ist Bio, Fairtrade ist Fairtrade und das beste Olivenöl ist das beste Olivenöl.

Aber woher kommen diese Siegel und warum sind die Vertrauenswürdig.

Wenn wir in den Supermarkt gehen sehen wir auch da viele Nahrungsmittel, die mit einem Bio-Siegel ausgezeichnet sind. Bei Aldi findet man 50, bei netto mehr als 150, und bei Rewe mehr als 200 Produkte, die mit einem Bio-Siegel ausgezeichnet sind. Quelle

Diese werden zum Teil dann noch mit eigenen Bio-Handelmarken vertrieben. Es gibt mittlerweile eine sehr große Anzahl an verschiedenen Bio Siegeln und Marken, sei es Demeter, Alnatura, BioBio, Bio, Bioland, Naturland, Biopark, Ecovin etc….

Wenn es zu einer so hohen Diversifizierung von verschiedenen Siegeln kommt, was bedeutet ein Siegel dann noch? Auch der Begriff Bio ist interpretierbar und so gibt es für jedes Siegel eigene Kriterien. Gleichermaßen ist festzustellen, dass alle diese Siegel immer durch einen Mindeststandard definiert werden. Was darüber hinaus getan wird, sagt das Siegel kaum aus. Wer schon das Eu-Bio Siegel nutzen darf, dem fehlt die Möglichkeit darüber hinaus auszusagen, was er noch macht. Er könnte nur ein neues Siegel, welches strengere Kriterien beinhaltet nutzen. Nur sind die jetzigen Siegel nicht in einer Hierarchie systematisiert, sondern von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichen Kriterien getrennt voneinander konzipiert.

Wenn also der Verbraucher erstens nicht weiss, was sich eigentlich für Kriterien hinter dem Bio Siegel verstecken, und es ihn zweitens einiges an Recherche Aufwand kostet erst einmal herauszufinden, was es bedeutet, und warum dieses Siegel seinen eigenen Ansprüchen genügt, fragt sich, wozu er das Siegel dann überhaupt noch braucht. Warum reicht ihm nicht, wenn er in absoluter Transparenz vom Bauern persöhnlich die Informationen erhält, wie der seine Lebensmittel produziert.

Die nächste Frage ist, wer eigentlich beschliesst, welche Kriterien für ein Bio Siegel notwendig sind. Es muss bei allgemeinen Beschlüssen immer Zweifel daran geben, ob die Kriterien wirklich richtig definiert worden sind. Und in manchen Fällen hat der Bauer halt eine andere Meinung, als das Bio-Siegel, was der Umwelt am wenigsten schadet, oder ihr gut tut. Ein Beispiel hierfür ist der extensive einsatz von Kupfer. Hier eine mit Sicherheit überzogene Kritik an Bio

Die nächste Frage ist, ob wir eigentlich nicht dijenigen Bauern auf ihrem Weg zum ökologisch unbedenklich Lebensmittelanbau und Produktion begleiten sollen. Bisher denken wir, dass wir gutes tun dabei die Lebensmittel von Bauern zu konsumieren, die schon ökologisch „richtig“ produzieren. Doch eigentlich sollte es für uns als Verbraucher doch mindestens genauso wichtig sein, diejenigen Bauern, die sich auf dem Weg dahin befinden zu unterstützen. Dabei hilft kein Siegel, hier hilft der persöhnliche Kontakt und die Beziehung zwischen Konsumenten und Erzeuger.

Und Siegel kosten Geld, wer die Lizenz für ein Siegel kauft, der muss für die Arbeit der »Siegelmacher« Geld bezahlen (BsP. Transfair). Dadruch kommt weniger beim Produzenten an. Man erkauft sich den Marketingvorteil beim Kunden, dass dieser auf das Siegel vertraut, mit geringeren Zahlungen an den Produzenten. Am Besipiel der Kaffees (Link zu einer ganz guten Aufstellung) wird deutlich, dass das Tranfair Siegel nichts mehr mit fairem Handel zu tun hat.

So nun stellt sich also die Frage, was tun, wenn wir kein Siegel nutzen, um die Qualität zu versichern. Da ist auf der einen Seite das Handelnde Unternehmen. Dieses muss aus meiner Sicht, die Aufgaben, die ein Siegel sonst erfüllt, leisten. Vertrauen, Transparenz und Zuverlässigkeit.

Auf der anderen Seite die Bauern selbst, die ihr Handeln bis ins letzte Detail transparent darstellen müssen.

Februar 6th, 2012

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WIE GROß DARF ARTEFAKT SEIN?

Da wären wir nun bei einer nicht unentscheidenden Frage. Wachstum an sich ist nicht erstrebenswert, wenn sie nicht auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit beruht. Ist ein Unternehmen aber so angelegt, dass sie in diesen drei Feldern nachhaltig handelt, so ist Wachstum ein primäres Ziel, um die Unternehmen, die in den drei Feldern nicht nachhaltig handeln, aus dem Markt zu drängen. Wachstum in diesem Zusammenhang muss also mit einem Verdrängungswettbewerb gekoppelt sein. Ziel kann es nicht sein zusätzlich zu den schon vorhandenem Konsum neue Produkte und Dienstleistungen einfach zu addieren.

So haben wir zwei ganz logische Schritte:

1. Nachhaltig handeln
2. Andere zum nachhaltigen Handeln bewegen

Wenn wir uns die Nachhaltigkeitsdebatte von heute anschauen, dann wird meistens erstmal über den zweiten Schritt geredet. Wir müssen nachhaltig handeln! Mit dem »wir« wird eine Allgemeinheit angesprochen, die so umfassend und abstrakt ist, dass das eigen Handeln darin eigentlich keine Bedeutung mehr hat. Richtig muss es heissen: Ich muss nachhaltig handeln!

Und das gilt in seiner ganzen Konsequenz nicht nur für Privatpersonen, sondern das gilt auch für Unternehmen. Unternehmen müssen das ganze Spektrum der Nachhaltigkeit auf das gesamte Unternehmen übertragen, wo kommt der Strom her, wie wird verpackt, wer verpackt, was passiert mit den Kartons, und um beim Beispiel des Olivenöl-kanisters zu bleiben, was passiert mit dem Plastikkopf.

Danach erst kann von einem »wir« und damit in der Konsequenz von einem »ihr« gesprochen werden. Um es am Beispiel eines Handelsunternehmen klar zu machen, erst wenn die Produkte bis ins letzte Detail nachhaltig gehandelt werden, dürfen sie zum Verkauf angeboten werden.

Nun ist es aber so, dass es z.B. noch keine recyclingfähige Lösung für den Kanisterverschluss auf dem Markt gibt, oder dass dieser so immens teuer wäre, dass kein Kunde bereit wäre diesen zu bezahlen. Trotzdem aber die Oliven von Bauern angepflanzt werden, die nachhaltig bei der Produktion handeln und der aluminium Teil des Kanisters zu einem viel höheren Grad recycelt wird, als die Flaschen der Mitbewerber. In diesem Fall bedeutet Wachstum auf den gesamten Markt angewendet eine deutliche Verbesserung der nachhaltigkeit beim Konsum von Olivenöl, wenn man den anderen Unternehmen Marktanteile abringen kann.

Man muss das eigene Handeln also nicht bis zum allerletzten Detail nachhaltig gestalten, um über einen Verdrängungswettbewerb das Gesamtgefüge des Marktes zu verbessern. Jedoch muss man diese Details, die noch nicht so wie gewünscht umgesetzt werden können, veröffentlichen, sagen warum es in diesen Fällen noch Probleme gibt, und wie die Strategie ist, diese Punkte in Zukunft zu ändern.

Das setzt eine deutlich komplexere Kommunikation als bisher vorraus und es setzt auch vorraus, dass man den »Kunden« in einem bisher noch nicht dagewesen Maße mit Informationen beliefert.

Nun stellt sich ein ganz essentielles Problem. Umso mehr man sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, umso klarer wird es, dass sich bei dem heutigen »Konsumverhalten«, nur eine Elite es sich leisten werden kann bis in letzte Detail »nachhaltige« Produkte zu nutzen. Der Ökostrom kostet mehr, Ein Elektroauto ist teurer, vollständig recyclebare Farben für den Druck sind teurer etc….

Es gibt es zwei offensichtliche Wege:

1. Wir ändern unser Konsumverhalten
2. Wir bleiben bei dem »Inselunternehmen«, der alles »richtig« macht

Der erste Punkt bleibt schwierig. Einmal den Luxus des eigenen Wagens erlebt, fällt es unglaublich schwer, wieder auf die Straßenbahn umzusteigen. Es ist jedoch unumstritten, dass wir unser Verhalten ändern müssen, ob wir es jetzt als eine Form der neuen Lebensweise, oder in Zukunft gezwungenermaßen tun werden. Jedoch bleibt anzumerken, dass der Zwang von Aussen unser Verhalten gering ist. Wenn wir durch einen vollkommenen Einbruch unseres Wirtschaftssystemes uns nicht mehr soviel leisten können, heisst das noch lange nicht, dass wir dann bereit sind nachhaltig zu handeln und noch weniger Waren, als zuvor konsumieren. Um es auf ein Beispiel runterzubrechen:

Wenn wir uns in Zukunft keinen neuen Mercedes mehr leisten können, werden wir nicht 30 Jahre auf ein Autoverzichten, dass ökologisch einwandfrei ist, sondern wir werden uns das günstige gebrauchte Modell mit einem hohen Schadstoffausst0ß kaufen.

Der zweite Punkt würde uns helfen in Form eines »Vorzeige-Unternehmens«, dass aber möglicherweise einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Gesamt-Gesellschaft hat. Die Gefahr würde aber entstehen, erstens zu einem Prestige Objekt zu werden, mit dem man andere Bereiche vernachlässigen darf. Ein klares Beispiel sind die Energiesparlampen. Der Nutzer hat ein gutes Gefühl dabei sie zu nutzen, denn sie verbrauchen ja weniger Energie, und ässt sie dann häufiger an. So wird der Vorteil in dem einen Bereich sofort durch die intensivere Nutzung auf der anderen Seite kompensiert. Um beim Beispiel des Olivenöls zu bleiben. Wer es sich leistet ökologisches Olivenöl zu einem „hohen“ zu kaufen, der kann es sich ethisch leisten das tägliche Fleisch um die Ecke beim Discounter zu kaufen. Denn auf Fleisch jeden Tag zu verzichten und das Fleisch nur noch dort zu kaufen, wo nachhaltig gehandelt wird, möchte und kann er sich nicht leisten.

 

Ein Unternehmen der Zukunft sollte also:

– nachhaltig handeln
– wachsen oder Andere zum wachsen/gründen bringen
– Kein Inselkonzept sein
– Ein Modell etablieren, das für alle anderen Produkte auch gelten kann

 

Ein zukünftiges nachltiges Handelsunternehmen, das mit Olivenöl handelt, muss als Ziel definieren, die nicht nachhaltigen Produkte aus den Küchen der Gesellschaft zu verdrängen. Ansonsten handelt es sich um eine Bedienung derjenigen Zielgruppen , die ansonsten das »gute« Olivenöl halt woanders kaufen würden.

Die sogenannte 68er Generation hat uns eine Vielzahl von Inseln an Lebensentwürfen hinterlassen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, diese Inseln zu besiedeln, sie nach unseren Punkten zu gestalten und rüber auf das Festland zu holen.

Und wir müssen uns fragen, welche Dinge wir über Bord werfen müssen und welche wir mit ins Boot holen müssen, um so schnell, wie es die Situation verlangt, am Festland anzukommen.

Februar 5th, 2012

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